Therapie

Lang haben wir nichts mehr geschrieben, das Passwort für den Blog verlegt. Jetzt ein Neues gesetzt um dem Drang nachzukommen, aufschreiben, es irgendwo lassen, wegsperren, Hauptsache, man bekommt es aus dem Kopf.

Für alle selbst Betroffenen eine Triggerwarnung, überlegt euch, ob ihr euch stabil genug fühlt.

Im Dezember müssen wir in die Nähe unserer alten Heimatstadt fahren, dorthin, wo die Erzeuger wohnen. Nicht direkt in die Stadt, sondern in ein kleines, direkt angrenzendes Dorfkaff. Es steht ein Gutachten an. Seit mittlerweile über drei Jahren klagen wir gegen unsere Erzeuger. Sie haben uns den Unterhalt gestrichen. Weil wir so böse, scheußliche Lügen verbreitet haben. Denn in unserer Familie lief immer alles gut und bestens und Missbrauch, KiPoProduktion oder andere Gräueltaten gab es gleich gar nicht. Man war schließlich wer. Und weil wir uns wagen die Wahrheit zu sagen streiten wir uns vor Gericht. Im Kern geht es darum, ob wir arbeitsfähig sind oder nicht. Unsere Erzeuger werfen uns vor, zu faul zum arbeiten zu sein. Als ob es uns so Spass machen würde finanziell von ihnen abhängig zu sein.

Dieses Gutachten stresst uns. Es reaktiviert viele alte Ängste, Übertragungen, Denk- und Verhaltensmuster. Am Mittwoch haben wir in der Therapie die Stunde genutzt um darüber zu sprechen. Und irgendwie sind wir beim Thema S*dom*e gelandet (Sternchen sind für die perversen Arschlöcher, die vielleicht solche Begriffe in Blogs suchen).

Ich komme mit vielem klar. Wenn ich Flashbacks habe von Vergewaltigungen, durch den Rrzeuger oder anderen Leuten, geht das. Und wenn ich in Flashbacks Bilder sehe, wie anderen Kindern etwas angetan wird, und sie weinen oder betteln, das kann ich auch irgendwie wieder wegschieben und damit leben und irgendwie noch verstehen. Aber das nicht. Das kann ich nicht. Da ist nur Ekel, Selbsthass, soviel Scham und Demütigung. Und wie soll man darüber reden, wenn man es sich nicht selbst eingestehen kann, aber es doch muss? Wie soll man sowas in Worte packen, wenn man schon fast kotzen muss, wenn man nur dran denkt?

Kinder werden missbraucht und dabei gefilmt, weil es Konsumenten gibt. Menschen, die sexuell falsch gepoolt sind und sich entschieden haben ihre eigene Befriedigung über den Schutz eines Kindes zu stellen. Nachvollziehbar. Nicht verständlich, aber irgendwie nachvollziehbar. Gibt es Konsumenten, gibt es Hersteller und zwangsläufig auch Darsteller. Auf Kinder zu stehen ist eine Perversion, mit der ich mittlerweile vertraut bin, mit der ich mich befasst habe. Das geht in mein Hirn rein, das es Menschen gibt, denen die Kinder egal sind und die nur ihre eigene Befriedigung im Sinn haben. Diese Perversion ist irgendwie verstehbar für mich. Was ich auch noch, irgendwie, verstehen kann, ist der Wunsch nach Sex mit T*eren. Ich bin mir sicher, es gibt ganz normale Menschen, die s*dom*stische Phantasien haben und sich dafür abgrundtief hassen, sich schämen und irgendwie versuchen damit zu leben, die sich gern Hilfe suchen würden, aber sich nicht trauen. Ich glaube, diesen Menschen ist klar, dass sie an einer sexuellen Perversion leiden, von der sie nicht genesen können, aber mit der sie leben und umgehen lernen können. Und dann gibt es die, die den Schritt weiter gehen und diese Phantasien und Gelüste akzeptieren, und sich im Internet ihren Kick suchen. In meinen Augen nicht mehr normal oder in Ordnung, aber auch irgendwie noch im Ansatz zu verstehen. Und wenn es Leute gibt, die von sowas erregt werden, werden sich auch freiwillige Darsteller finden lassen, die sowas mitmachen. Aber dann gibt es noch die nächste Stufe: die Kombination auf S*dom*e und P*dophil*e. Menschen, die beides ausleben, und sich s*dom*stische filme mit Kindern reinziehen, oder noch schlimmer, selbst an solchem Missbrauch beteiligt sind, für die hab ich nur noch Hass übrig. Sie sind Abschaum. Sie sind egoistische Drecksarschlöcher ohne Gewissen oder Seele.

Und wegen solchen Wichsern müssen Menschen wie wir mit solchen Bildern im Kopf leben. Da kannst du schreien, heulen und ausrasten wie du willst. Das ändert nichts. Es nimmt dir nicht die Vergangenheit, das wissen, dass dir sowas passiert ist. Es gibt dir nicht deine Würde zurück, und doch weißt du nicht wie du anders darauf reagieren sollst. Es ändert nichts. Schreien ändert nichts; oder dissoziieren. Du musst lernen damit zu leben. Und wenn du nicht weißt wie, ist das ja dein Problem, und nicht das Problem von diesen Wichsern.

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wird die schwester die neue mutter?

es hat sich für uns völlig unerwartet ein treffen mit der schwester ergeben. am sonntag haben wir uns für 40 minuten am bahnhof getroffen. der anfang war etwas schwierig, aber ich denke, dass ist normal, wenn man sich über vier jahre nicht gesehen hat. aber dann lief es super. wir waren zusammen essen und konnten quatschen. nur smalltalk, nichts wirklich wichtiges. wie es dem erzeuger geht, wie es ihr und den kindern geht, ein wenig wie es uns geht.
es war schön. aber es hat uns auch gezeigt, dass wir immer noch etwas haben wollen, was wir nicht haben können.
jahrelang hingen wir dem traum nach einer heilen, glücklichen herkunftsfamilie nach. und jahrelang war die hoffnung da, die mutter würde irgendwann eine richtige mutter sein. das sie uns glauben würde und sich auf unsere seite stellt. das sie uns sagt, wie leid ihr alles tut. das sie uns sagt, sie hat einen fehler gemacht. das man miteinander ganz normal umgehen kann, sich regelmäßig sieht und man eine mutter hat, auf die man sich verlassen kann. dieser traum wurde von ihr endgültig zerstört, als sie sich weigerte im zuge der strafanzeige gegen den erzeuger auszusagen. in dem moment platze der traum einer mutter mit einem großen knall, wie ein luftballon in den man eine nadel sticht. wir haben geheult, wir haben geflucht, wieder geheult und wieder geflucht. aber irgendwann haben wir es akzeptiert.

aber es gibt noch die schwester. die beziehung zu ihr schwankte so oft zwischen liebe und hass. doch seit wir erwachsen sind, ist es meistens nur noch liebe. obwohl sie uns nicht glaubt und sich auf die seite der herkunftsfamilie stellt. aber sie ist die letzte person aus der herkunftsfamilie, die uns noch etwas bedeutet. wir wünschen uns den kontakt zu ihr. wir wünschen uns, dass sie uns glaubt. und eigentlich weiß ich genau wie damals bei der mutter, wie unwahrscheinlich das ist. sie steht unter seiner fuchtel. hat mitbekommen, wie er stundenlang die weiße wand anstarrt und murmelt, womit er so eine tochter verdient hat. oder wie er geweint hat wie ein kleines baby, angeblich weil ihm unsere vorwürfe so weh getan haben, wahrscheinlicher aus purer angst im knast zu landen oder von einigen leuten eins auf die fressen zu bekommen. sie sieht ihn und seine reaktion auf die anzeige. von uns sieht oder hört sie nie, wie wir unter dem angeblich nie passierten leiden. wie wir manchmal nachts schreiend aufwachen oder um uns schlagen. wie oft wir wie versteinert auf einen punkt starren und die zeit vorüber zieht. wie wir uns manchmal vor schmerzen krümmen, die nichts mit heute zu tun haben. oder wie wir weinend in einem flashback stecken und eine vergewaltigung erleben, als würde sie jetzt passieren. wenn sie das alles doch nur sehen könnte. vielleicht würde sie anfangen zu zweifeln, an seiner geschichte. vielleicht würde sie in erwägung ziehen, dass wir doch die wahrheit sagen. aber sie will nicht, es passt nicht in ihr leben. sicher ist es ein selbstschutz dem erzeuger zu glauben. wenn sie anfangen würde zu zweifeln, müsste sie sich mit so vielem auseinander setzen.

und ich merke, wie der wunsch nach kontakt zu ihr wächst. wie die sehnsucht nach ihr größer und größer wird. wie sehr wir sie haben wollen.
es ist genau wie bei der mutter: wir wollen etwas so unbedingt und haben immer wieder hoffnung, dass wir bekommen was wir wollen. und wir werden jedesmal wieder enttäuscht, wenn sie in irgend einer weise durchblicken lässt, dass sie uns nicht glaubt. das ist wie ein schlag in die magengrube. wir hoffen auf ein wunder, eine wendung um 180°. genau wie bei der mutter. und ich frage mich, wie dieser wunsch ist und wie das enden wird.

ein neuer Tag

Der Besuch ist gerade gegangen, jetzt sind wir allein. Alles ist noch weggeschlossen, Funktionsmodus 1A.
Ich habe Angst vor dem Moment, in dem das Fühlen wiederkommt und ich überrannt werde. Das wird passieren, früher oder später. Ich kenne es.

Ich habe versucht die Therapiestunde von heute auf zwei Stunden auszudehnen, leider funktioniert das nicht. Ich habe Angst vor der Stunde. Wenn dort die Welt untergeht und ich emotional überrannt werde – wie soll ich mich innerhalb von 50 Minuten wieder einkriegen und in der Lage sein, nach Hause zu gehen?

Denn wenn die Dämme brechen brausen die Emotionen mit unbändiger Kraft heran und reißen alle Mauern nieder und jeden mit, der zufällig ihren Weg kreuzt.
Dummerweise werde ich genau im Weg stehen.

Geht Morgen die Welt unter?

Die Vorzeichen dafür sind da. Selten war ein Wochenende so gespickt mit schlechten Nachrichten.

Aber eins nach dem Anderen:
Die Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein ist höchstwahrscheinlich beendet. Auch wenn es noch keine offizielle Nachricht von deren Seite gibt, inoffiziell hat mir ein mir wohlgesonnenes Vorstandmitglied bereits bestätigt, dass aus einer weiteren Zusammenarbeit nichts wird.. Außer es geschehen noch Wunder. @Wunder, sollte es dich tatsächlich geben: FUCK YOU! Du kommst zu spät.
Punkt 2:
Unser Erzeuger hatte einen Schlaganfall. Dieser war schon vor eineinhalb Wochen und wie wir heute erfahren haben, ist er zur Zeit in Reha. Er hatte Lähmungserscheinungen, die, soweit wir wissen, schon deutlich besser geworden sind. Er hat Sprachfindungsstörungen aber die Prognose ist gut.
Drittens:
Ich hasse Sommersonnenwenden!

Und zu guter letzt:
Leider ist niemand zu erreichen, der uns jetzt helfen könnte. Unser Freund bespaßt seinen Besuch. Die eine beste Freundin ist im Urlaub, die andere fällt durch Krankheit aus. Sicher sind Menschen zu erreichen, aber keinem wollen oder könnten wir erklären, wie es uns geht oder was die Nachrichten mit uns machen.

Gott sei Dank gibt es die Dissoziation. Kein Gefühlssturm, nur Leere und Nichts. Wenn Fühlen zu viel ist, kommt das Nicht-Fühlen. @Dissoziation: Danke, dass es dich gibt!

jetzt können wir nur noch warten

ab jetzt liegt es nicht mehr in unser hand. wir haben alles getan. jetzt also warten.
mindestens 10 tage
240 stunden
14.400 minuten
864.000 sekunden

warten, warten, warten. wir sind nicht gut darin.

wer braucht schon zeit? sie vergeht immer viel zu langsam oder viel zu schnell. je nachdem, was man gerade tut. und wir warten. das wird eine lange zeit. lange
10 tage
240 stunden
14.400 minuten
864.000 sekunden

entscheidungen

ich will mich nicht entscheiden, ich hasse entscheidungen, vor allem schwerwiegende. nur wir müssen uns entscheiden, entscheiden, was besser für uns ist. doch woher weiß man, welche entscheidung die richtige ist? vielleicht entscheidet man sich falsch und will es später wieder ändern? wir ringen oft um solche sachen, doch meistens halten wir daran fest, wenn wir uns entschieden haben.

es geht um den tierschutzverein, bei dem wir “ordentlich scheiße” gebaut haben. mitte juni wird darüber entschieden, ob wir wieder einsteigen können und ich weiß z.z. nicht ob wir das sollten oder uns besser eine alternative suchen.

Was wollen wir?

  • Geviech zum drum kümmern um uns im Alltag zu stabilisieren
  • das Gefühl gebraucht und gemocht zu werden
  • Fehler wieder gut machen, daraus lernen

Frage: Können wir verzeihen/vergessen, wie mit uns umgegangen wurde?

Pro KaBeRe:

  • von April bis Dezember fast durchgängig Katzenbabys
  • sich alten Verletzungen stellen und dadurch lernen damit umzugehen
  • nicht in neuen Verein flüchten
  • durch Stammtisch lernen in großen Gruppen zu kommunizieren
  • seit fast drei Jahren dabei gewesen

Kontra KaBeRe:

  • regelmäßig zum Stammtisch obwohl man nicht will
  • jmd. finden, der einen hinfährt und wieder abholt
  • Angst, beim nächsten Fehler sofort wieder gekickt zu werden
  • im neuen Verein nicht auf Katzenbabys beschränkt, sondern auch Waschbären, etc.
  • Vertrauen zu C. ist sehr eingeschränkt
  • Kontakt hauptsächlich mit M.
  • im neuen Verein könnten wir mit weißer Weste starten

Umgang mit Begebenheiten, die man nicht ändern kann oder Radikale Akzeptanz – wie geht das?

Die meisten Menschen kennen es: Früher oder später gerät man in eine Situation, die einen aus welchen Gründen auch immer emotional stresst, die man jedoch (auf die Schnelle) nicht ändern kann. Das kann der nervige Chef sein, den man gern verändern würde, oder das Wissen wie nächstes Weihnachten in der Familie läuft. Oder, wie in meinem Fall, forschreitende körperliche Erkrankungen.

Wie geht man mit Situationen um, in denen man sich hilftlos fühlt (weil man es tatsächlich ist oder vergangene Gefühle angetickt werden)? Wenn man etwas nicht verändern kann?

Ein ehemaliger Therapeut hat zu mir gesagt, radikale Akzeptanz wäre der erste Schritt zur Verbesserung. Nur was genau heißt das? Ich akzeptiere mein “Schicksal” (mir fällt kein besseres Wort ein) und arangiere mich damit, versuche mir den Alltag so leicht wie möglich zu gestalten und weiß meistens wie ich mir helfen kann. Aber unabhängig ob es um Schmerzen geht oder nicht komme ich irgendwann an einen Punkt, an dem ich mich gelähmt fühle. An dem mein Denken wie aussetzt und ich auf einfachste Lösungen nicht mehr komme. Dann sieht es so aus als wäre die Situation festgefahren.
Viele Überlebende kennen das, wenn irgendwas angetickt wird. Nur zum Glück sind das meistens akute Situationen.
Doch das ist nicht der springende Punkt (ist er das nicht?).
Das ist die Frage. Ist er das? Ich weiß es nicht. Sicherlich ticken gerade Situationen wie jetzt, in denen ich mich vor Schmerzen kaum bewegen kann, eine Menge alter Emotionen und Erinnerungen an. Und ich kann nicht unterscheiden was in die Gegenwart gehört, und was in die Vergangenheit. Welche Reaktion auf solche Schmerzen ist “normal”? Gibt es diese überhaupt? Jeder Mensch geht mit Schmerzen anders um und laut Freunden haben wir mittlerweile zwangsläufig eine hohe Schmerztoleranz. Nur merke ich zur Zeit davon nicht sehr viel.
Ich kann nicht einmal genau sagen, was die Schmerzen mit mir machen, aber sie zehren und fordern Kraft. Es fühlt sich an als will man die Schatten loswerden indem man mal hier und mal dort Licht anmacht. Aber der Schatten springt nur von einem Ort zum nächsten, los wird man ihn nicht. Also bleibt einem nichts anderes übrig als die Schatten zu akzeptieren, das beste aus ihrer Anwesenheit zu machen und, das Wichtigste, die Angst vor ihnen verlieren.

Nur wie mach ich das?

Die Geschichte von Ping und Pong – Teil 1

Die Geschichte von Ping und Pong

Vor langer, langer Zeit, als die Sonne im Kräutergarten noch nie gesehen ward, düstere Stürme das Land beherrschten, die die Zweige der Bäume durchzausten und ihre Blätter wild umher pusteten, Blitz und Donner ein alltägliches Bild waren und der Himmel stets pechschwarz war, lebten an zwei weit entfernten Punkten im Garten zwei Bälle. Ein großer Ball und ein kleiner.

Ping, der große Ball, stattlich im Antlitz, nie um eine Antwort verlegen, mutig, ein klein wenig eitel und sehr von sich selbst überzeugt. Ping war der uneingeschränkte Herrscher von Kräutergarten. Ihm gehörten alle Ländereien, weiter, als je ein menschliches Auge auf einmal überblicken könnte. Die verdorrten Ebenen, mit ihren schmutzig-gelben Grasnarben, den tiefen, ausgetrockneten Rissen in der Erde, hier und da ein Skelett liegend, mit ihren verheerenden Sandstürmen, die alles mit einer glühend heißen Schicht winziger Körner überzogen, genauso wie der dunkle, verdorrte Zauberwald; nichts als knochige, verkohlte Bäume, aus denen schon vor Äonen alles Leben gewichen war, ein dunkler Sumpf der Erinnerungen, in dem sich schon manch ein Bewohner von Kräutergarten verirrt hatte und nie wieder gesehen war.

Manch einer würde sagen, es war kein friedliches Land, über das Ping herrschte, doch er konnte sich nichts schöneres vorstellen als seinen Kräutergarten, mit seinen leblosen Ebenen und düsteren Zauberwäldern.

Ping kannte die Bewohner seines Kräutergartens sehr gut, so dachte er zumindestens, und niemals würde sich jemand wagen, schlecht über ihn zu reden. Denn es herrschte Angst unter den Bewohnern. In so einem trostlosen Land, mit den wechselnden Extremen von Wüste und Wald, in dem die Sonne immer erbarmungslos oder niemals scheint und es schon lange kein saftiges, dunkles grün mehr gibt, konnte es keine Hoffnung mehr geben. Manchmal, spät Abends beim ins-Bett-gehen, erzählen die Alten von einer fernen Zukunft, die irgendwann kommen würde. Eine Zukunft, ohne den verwunschenen, knotigen Zauberwald und ohne die toten Ebenen mit ihren Skeletten. Ping wurde in solchen Zukunftsvisionen immer erwähnt, es wäre eine schwere Straftat gewesen sich eine Zukunft ohne ihn auszumalen, schließlich gab es Ping schon immer und würde ihn immer geben. Aber Ping war in diesen Visionen noch größer, schöner und strahlender als er es im realen Leben jemals sein könnte. Ping war ein guter Herrscher, den die Bedürfnisse seiner Mitmenschen interessierten und nicht nur seine eigenen. Ping würde sich für die Bewohner seines Reiches interessieren, ihnen Nahrung und Kleidung, Wärme und Licht, Liebe und Geborgenheit geben. Und im Kräutergarten würde es wachsen und gedeihen. Löwenzahn und Gänseblümchen, Haselnusssträucher und Ahornbäume würden sich die Welt mit Fischen und Kühen, Menschen und Fabelwesen, teilen. Fuchswelpen würden friedlich neben den Kaninchenjungen spielen, während Schmetterlinge und Bienen die Wiesenblumen besuchen.

Doch heute war der Kräutergarten dunkel und grau. Und ob die schönen Zeiten mit dem saftiges Grün und der wärmenden Sonne jemals kommen würden, daran glaubten nur die Alten.

In dieser endlosen Weite von Trostlosigkeit, wollen wir jedoch nicht den zweiten Protagonisten und Helden unserer Geschichte vergessen. Hinter den staubigen Ebenen, dem verwunschenen Wald und noch weit hinter den Bergen, lebt Pong.

Pong ist klein und schmächtig, mit hängenden Schultern, er ist schüchtern und introvertiert. Er hat niemanden zum reden und lebt ganz allein. Stärke und Mut gehörten bisher nicht zu Pongs Stärken. Er traut sich nie viel zu, obwohl seine Oma ihm früher stets erzählte, dass auch aus den kleinen und schüchternen Bällen wahre Helden werden können. Doch in Pongs Welt braucht es keine Helden, die die Welt retten. Denn es herrscht friedliche Stille in Pongs Welt. Pongs Welt beschränkt sich auf einen Baum. Ein großer, uralter Ahornbaum, am äußersten Rand des Kräutergartens, größer als alle anderen Bäume in Pings reich. Millionen von saftig grünen Blättern bilden die Krone des Baumes, den Pong liebevoll „mein Nicoron“ nennt. Sein Zuhause hat nichts mit dem Rest des Kräutergartens gemeinsam, es ist, wie der Name schon sagt, ein „Zuhause“.

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Weiterschreiben : Ja oder Nein?

aktueller konflikt und was er mit mir macht

 

wie fühle ich mich?

  • Ich bin traurig.
  • Ich bin enttäuscht.
  • Ich fühle mich verraten/ausgenutzt
  • Ich fühle mich schuldig.
  • Ich habe angst.
  • Ich fühle mich missverstanden.
  • Ich fühle mich ungeliebt.

Ich bin traurig:

ich bin traurig, weil ich wieder einen menschen in meinem leben verliere, den ich mag. m. Ist hier einigen sehr ans herz gewachsen und wir sind traurig, dass wir offenbar nicht auf einen nenner kommen, egal wie sehr wir es versuchen. Es ist einfach eine traurigkeit wieder jemanden zu mögen und ihn „nicht haben zu können“. Wenn jemand einem wichtig ist, tut es weh, wenn er geht oder man selber gehen muss, um sich zu schützen.

Ich bin enttäuscht:

ich bin enttäuscht von ihm. Und ich bin enttäuscht von uns. Von ihm, weil er gar keine klärung will. Sind wir ihm so unwichtig? Wenn man mit jemandem befreundet ist und diese person mag, ist es doch normal auch arbeit und manchmal nerven in diese freundschaft zu investieren. Anders kann es gar nicht funktionieren. Zwei menschen sind immer in manchen punkten völlig verschieden und müssen beide schauen, wie man damit umgeht. Er will das nicht. Für ihn ist es leichter wegzulaufen und keinen kontakt mehr zu haben, als sich hinzusetzen und missverständniss aus dem weg zu räumen.

Und ich bin enttäuscht von mir. Darüber, wie sehr mich die ganze situation stresst. Das wir (mit ausnahmen) nicht in der lage sind mit menschen, die wir kennenlernen, irgend eine freundschaft aufzubauen. Ich bin enttäuscht, dass wir uns in m. Getäuscht haben. Wir haben die ganze situation falsch eingeschätzt und dachten immer, wir wären ihm wichtig. Aber wie wichtig können wir ihm sein, wenn man uns lieber in den wind schießt? Wobei sich die frage stellt wer wen in den wind schießt, denn ich will ja auch nicht mehr.

Ich fühle mich verraten/ausgenutzt:

wieder haben wir uns den arsch für jemanden aufgerissen und zeit und energie investiert und bekommen effektiv nichts bzw nur sehr wenig zurück. Im letzten herbst erst der vorfall mit dem tierschutzverein. Auch für den drei jahre gearbeitet, immer da gewesen. Der lauf der dinge wiederholt sich. Warum passiert uns das so häufig? Sind wir generell zu gutmütig und zu vertrauensselig? Ich glaube nein. Denn wenn wir jemanden sympathisch finden sind wir meistens dazu bereit ihm zu helfen und uns die probleme anzuhören, wie jetzt bei m. Aber macht man das nicht so? Bin ich da zu schnell, hab ich ein helfersyndrom, weil ich so lange niemanden hatte, mit dem ich reden konnte?

Effektiv waren wir für m. Nur der psychomülleimer. Eine gratis therapiestunde in der woche. Das klingt hart, aber so rückwirkend betrachtet wirkt es so. nur das wir kein geld, sondern gesellschaft als bezahlung hatten.

Merke: Hier vermischt sich emotional Vergangenheit und Gegenwart!

Ich fühle mich schuldig:

vielleicht bin ich schuld am aus unserer freundschaft? Vielleicht hab ich nicht genug energie reingesteckt? Vielelicht sollte ich ihm noch eine chance geben? Wieso nehme ich mir jetzt das recht heraus zu sagen, ich kann nicht mehr? Denn eigentlich ist es mehr ein ich will nicht mehr. Vielelicht brauche ich nur mehr guten willen und alles kommt wieder ins los? Wie viel geben ist in einer freundschaft normal? Denn er hat uns vorgeworfen, er würde sich immer nach uns richten, wir würden ihn „springen“ lassen und er wäre ja derjenige, der sich in unserer freundschaft so unwohl fühlt? Unserer eigenen wahrnehmung trau ich da nicht, ich bin aus wahrnehmung von außen angewiesen. Nur wie objektiv sind da andere freunde, denn loyalität in freundschaften ist für uns auch bedingungslos. Also woher weiß man, ob nicht aus loyalität gesagt wird m. Wäre scheiße? Eigentlich glaubt man den freunden, aber diese gefühle von schuld sind auch da.

Merke: fast alle menschen, die opfer von (sexueller) gewald und/oder vernachlässigung wurden geben sich selbst die schuld: Warum? Weil sie sich damit die Möglichkeit zur Veränderung geben und die Kontrolle nicht völlig verlieren!!!

Merke: Hier vermischt sich emotional Vergangenheit und Gegenwart!

ich habe angst:

die meiste angst ist nicht zur gegenwart gehörig. Ich habe angst meinen freund und meine freunde zu verlieren. Ich habe angst, dass meine katzen sterben. Ich habe angst alles und jeden zu verlieren, der mir etwas bedeutet. Damit wurde früher immer gedroht. Selbst wenn man sich in sicherheit wiegt wird man uns nach und nach alle und alles wegnehmen. Vielleicht hat das jetzt angefangen? Wie trenne ich die gegenwart von solchen alten ängsten? Fangen wir logisch an: wie realistisch ist die chance, dass s. l. Und t. Weggehen? Nicht sehr groß. Und nur weil m. Weg ist, gehen nicht auch alle anderen. Die beziehungen zu diesen personen liegen auf einer völlig anderen ebene und solche kindergartengeschichten wie mit m. Würden mit diesen personen gar nicht laufen. Wir sind ihnen wichtig! Nicht vergessen. Wenn es da konflikte oder missverständnisse gibt, lassen diese sich klären. Man redet miteinander. Vom logischen standpunkt also keine erklärung für diese verlustängste. Es ist nicht logisch. Unlogische angst! Immer versuchen logisch zu denken: diesen beziehungen wird nichts passieren. Sie bestehen schon lange und sind gefestigt!

Ich fühle mich missverstanden:

wie so oft habe ich das gefühl ein alien zu sein. Keine ahnung woher ich komme aber so kompliziert wie die kommunikation mit meinen mitmenschen manchmal ist, kann das nur eine fremdsprache sein. Warum verstehen manche menschen B, wenn ich A sage? Warum warten sie nicht, bis ich B sage? Wieso denken alle menschen manchmal man würde hinter ihrem rücken über sie reden oder sie indirekt kritisieren/schlecht machen? Wieso erwarten sie das? Weil es ihnen so oft passiert ist? Können diese menschen das nicht trennen? Kann ich es immer trennen? Nein. Gerade wenn ich mich kritisiert fühle, denke ich oft es ist ein angriff gegen mich. Ich verstehe oft nicht, dass nur mein verhalten/aussage/sonstiges scheiße war und man nicht mich als person damit meint. Wie oft sind also missverständnisse wirklich welche? Und wenn der gegenüber nur noch angetickt ist – kann man dann überhaupt irgend was klären? Denn dazu gehören immer zwei dazu. Und m. Hat von uns offensichtlich so eine arschige meinung, dass es ihm die klärung nicht mehr wert ist. Okay. Aber es frustet. Denn wir dachten, wir sind ihm wichtig. Nur wie wichtig kann man jemandem sein wenn man sich dann wegen so einem kleinscheiß sechs wochen nicht meldet? Ist das eine freundschaft? Jedenfalls nicht das, was wir unter einer freundschaft verstehen und von ihr wollen. Damit können wir so nicht umgehen. Sind unsere vorstellungen von freundschaft denn so abwegig? Ist es zu viel verlangt, wenn man konflikte klären möchte?

Ich fühle mich ungeliebt:

wieder versagt. Wieder gedacht man wird lieb gehabt und dann ist die person weg. Wenn wir ihr wichtig wären, würde sie doch noch da sein. Dann würde man doch eine klärung versuchen. Also hat der uns nicht lieb gehabt. Der redet immer wie schwer er es hat und das wir so gemein zu ihm sind. Aber wir können auch nicht dem das recht machen.

Sonne, Sand und Sonnenschein…

…oder so ähnlich.
Es wirkt schon etwas strange, wenn ich mir unser letztes Posting ansehe und die letzten Monate. “Die Schröders” und danach Ebbe am Ende. Zum Glück lesen hier nur Leute, die uns kennen ^^

Die Sonne scheint – Oh Wunder – und ich tauche auf aus dem Winterschlaf. Die letzten Monate eingeigelt und alles mit sich selbst oder am Telefon ausgemacht. Aber warum nicht metaphorisch den Frühling mit einem Blogeintrag starten?

Uud ganz laut schreien:
Danke liebe Mitmenschen, dass ihr uns immer wieder auf alte Blessuren aufmerksam macht!

Aber hey! Wer will meckern und zetern, wenn er stattdessen auch genauer hinsehen kann. Warum? Wieso? Weshalb? Spannende Fragen! Man muss nur bereit sein sie sich auch zu stellen 😉